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Danach ging ich zu einem Fotograf.

Bei dem konnte ich mich nicht entwickeln, weil mein Chef mich immer zu sehr fixierte. Einmal kam eine Frau zu mir und sagte, ich solle ihr die Familie vergrößern. Ich sagte zu ihr: "Gehen sie gefälligst zu dem, der damit angefangen hat." Das war das Ende meiner Entwicklungsperiode. Dann kam ich zu einem Schmied in die Lehre. Das war ein sehr wortkarger Mann. Als ich am ersten Tag mit einem schüchternen "Guten Morgen" in die Werkstätte kam, sagte er nur: "Das ist der Amboß, und das ist der Vorschlaghammer. Wenn ich mit dem Kopf nicke, schlägst du zu!" Er hat nur einmal genickt, und vier Tage später war das Begräbnis.

Dann versuchte ich mein Glück beim Theater. Im Schauspielhaus hatte ich bei einem Stück auf die Bühne zu kommen und zu sagen: "Sie kommen nicht." Ich bin auf die Bühne gegangen und da sagte eine Frau aus einem Kasten: "Sie kommen noch nicht". Da bin ich eben wieder gegangen. Der Direktor sagte, ich sei unbezahlbar - er hat mir dann auch nix gegeben.
Wenn man nichts kann und nichts weiß, bleibt einem nur ein Ausweg: man wird Polizist. So bin ich Polizist geworden. Mein Vorgesetzter zeigte mir mein Revier. Er sagte, bis zu dem Punkt müsse ich als Streife gehen. Ich zog los. Nach 15 Tagen war ich wieder zurück. Der rote Punkt war das Schlußlicht eines Transporters auf dem Weg nach Hamburg.

Nach langem Nachdenken, welchen Beruf ich nun gerne ergreifen möchte, fiel mir ein altes Gedicht aus der Schulzeit ein, in welchem erzählt wird, wie Mutter und Kinder dem Vater die Haare schneiden, uzw. "Was schert mich Weib, was schert mich Kind" usw. heißt es dort. So beschloß ich, mich dem Friseurberuf zu verschreiben. Am dritten Tag hatte ich einen Herrn zu rasieren. Ich fragte freundlich: "Habe ich Sie nicht schon einmal bedient?" "Nein", sagte er, "die Narben habe ich von einem Autounfall!" - Als ich den Hals rasiert hatte, verlangte er ein Glas Wasser. Auf meine Frage, wozu er es brauche, antwortete er: "Ich will nur prüfen, ob meine Gurgel noch dicht ist!" Im weiteren Verlauf der Rasur fiel noch ein Ohr des Herrn dem Messer zum Opfer. Ich bat ihn, es zu verstecken, damit es der Chef nicht sähe.

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